Weber Spirit E-310 oder Original Kettle 57: Gas oder Holzkohle?

Es ist die älteste Frage im Garten, und beide Antworten kommen hier vom selben Hersteller. Der Weber Spirit E-310 ist ein Gasgrill mit drei Brennern, der Weber Original Kettle mit siebenundfünfzig Zentimetern der Kugelgrill, den jeder kennt. Sie unterscheiden sich nicht in der Qualität, sondern in dem, was sie vom Grillabend verlangen.
Wer die Bauform noch offen hat, findet die Übersicht bei den Gasgrills. Hier stehen die beiden Weber-Klassiker mit ihren Datenblättern nebeneinander.
- Der Spirit E-310, wenn spontan gegrillt wirddrei Brenner, Snap-Jet-Zündung, Gusseisenrost und eine Herstellergarantie von bis zu zehn Jahren
- Der Original Kettle, wenn Kohlearoma und Grillfläche zählen2342 Quadratzentimeter für sechs bis acht Personen bei rund einem Drittel des Gewichts
- Der Unterschied im Alltag ist nicht der Geschmack, sondern die halbe Stunde vor dem ersten Steak
Die zwei Kandidaten
Weber Spirit E-310
Gas, drei Brenner
Weber Original Kettle 57
Holzkohle, Kugelgrill
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | Spirit E-310 | Original Kettle 57 |
|---|---|---|
| Brennstoff | Gas | Holzkohle |
| Brenner | 3 | entfällt |
| Grillfläche | keine Angabe | 2342 cm² |
| Für | 2 bis 5 Personen | 6 bis 8 Personen |
| Grillrost | Gusseisen, porzellanemailliert | beschichteter Stahl |
| Warmhalterost | vorhanden | keine Angabe |
| Zündung | Snap-Jet, einhändig | entfällt |
| Temperaturregelung | über die Brenner | Schieber an Kessel und Deckel |
| Thermometer | keine Angabe | integriert |
| Reinigung | Fettmanagementsystem | One-Touch in den Aschebehälter |
| Ablagen | zwei kratzfeste Seitentische | Deckelhalter und Besteckhaken |
| Gewicht | rund 47 kg | rund 15 kg |
| Herstellergarantie | bis zu 10 Jahre | 2 Jahre |
| Modellnummer | 1500862 | 1502202 |
Werte nach den Angaben des Herstellers zu beiden Modellen. Weber nennt für den Spirit E-310 keine Grillfläche in Quadratzentimetern und kein Thermometer, für den Original Kettle keinen Warmhalterost; diese Zeilen bleiben deshalb offen. Die Gewichte sind gerundete Handelsangaben und schließen Verpackung ein, sie taugen zum Größenvergleich und nicht als Messwert. Die weiter unten gerechneten Werte zu Anheizzeit, Fläche pro Person und Jahresverbrauch beruhen auf allgemeinen Erfahrungswerten und sind Größenordnungen. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Die halbe Stunde vor dem ersten Steak
Die Rechnung mit acht Stunden Wartezeit
Ein Gasgrill steht nach knapp zehn Minuten auf Temperatur, weil nur der Rost und die Flavorizer-Bleche warm werden müssen. Holzkohle braucht, bis die Briketts vollständig durchgeglüht sind, üblicherweise fünfundzwanzig bis dreißig Minuten.
Das sind rund zwanzig Minuten Unterschied pro Grillabend. Wer in einer Saison fünfundzwanzigmal grillt, wartet mit Kohle über acht Stunden länger.
Dazu kommt das Ende: Ein Gasgrill wird zugedreht, eine Glut braucht Zeit zum Ausbrennen und die Asche muss beim nächsten Mal raus.
Praktisch heißt das: Die zwanzig Minuten entscheiden darüber, ob unter der Woche spontan gegrillt wird. Wer das will, nimmt Gas, und wer den Abend ohnehin plant, verliert nichts.
Wie viel Rost ein Gast braucht
Die Rechnung mit 2342 Quadratzentimetern
Der Kugelgrill nennt 2342 Quadratzentimeter Grillfläche und sechs bis acht Personen. Das sind rund dreihundert Quadratzentimeter pro Gast.
Ein Steak belegt etwa hundertfünfzig Quadratzentimeter, ein Burgerpatty rund hundert, eine Bratwurst gut fünfzig. Drei Teile pro Person passen also in eine Runde, ohne dass nachgelegt werden muss.
Beim Spirit fehlt die Flächenangabe, aber die genannten zwei bis fünf Personen legen ungefähr die Hälfte nahe. Drei Brenner heißen zugleich drei getrennt regelbare Zonen.
Praktisch heißt das: Für große Runden ist die Kugel im Vorteil, weil alles gleichzeitig auf den Rost passt. Für die Familie am Wochenende gewinnt der Gasgrill, weil eine Zone scharf und eine andere schonend laufen kann.
Was in zehn Jahren übrig bleibt
Die Rechnung mit der Garantie
Weber nennt für den Spirit eine Herstellergarantie von bis zu zehn Jahren, für den Original Kettle zwei. Das ist kein Urteil über die Haltbarkeit, sondern eine Aussage darüber, wofür der Hersteller einsteht.
Beim Gasgrill sind Brenner, Zündung und Flavorizer-Bleche die Verschleißteile, beim Kugelgrill Rost und Lüftungsschieber. Ein Kessel aus porzellanemailliertem Stahl hat schlicht weniger Teile, die kaputtgehen können.
Beide Modelle sind so verbreitet, dass Ersatzteile über Jahre erhältlich bleiben, und das ist im Zweifel mehr wert als die Garantiedauer.
Praktisch heißt das: Die zehn Jahre sind ein Argument für den Gasgrill mit seinen beweglichen Teilen. Beim Kugelgrill fällt die kürzere Garantie kaum ins Gewicht, weil dort wenig ausfallen kann.
Wofür welcher Grill reicht
Wer den Kohleweg wählt, findet die Bauformen bei den Kugelgrills und im Überblick zu den Holzkohlegrills. Wie sich der Gasgrill im Einzelnen schlägt, steht im Test des Weber Spirit E-310.
Wo jeder von beiden gewinnt
Für den Spirit spricht
- In zehn Minuten auf Temperatur
- Drei getrennt regelbare Brenner
- Gusseisenrost, porzellanemailliert
- Warmhalterost und zwei Seitentische
- Herstellergarantie bis zu zehn Jahre
Für den Kettle spricht
- 2342 Quadratzentimeter für acht Personen
- Echtes Holzkohlearoma
- Rund fünfzehn statt siebenundvierzig Kilogramm
- Integriertes Deckelthermometer
- One-Touch-Reinigung in den Aschebehälter
Was in keiner Tabelle steht: Der Gasgrill braucht eine Flasche, und eine gefüllte Elfkilo-Flasche wiegt noch einmal gut zwanzig Kilogramm, die irgendwo stehen und regelmäßig getauscht werden müssen. Der Kugelgrill braucht dafür Kohle, die trocken gelagert sein will, sonst zündet sie schlecht. Beides ist kein Argument gegen den jeweiligen Grill, aber beides gehört in die Entscheidung, weil es jede Saison wiederkommt.




